In der Arbeit mit Babys und Kleinkindern geht es vor allem um Körpererfahrung, Wiederholung und die Nähe zu den Bezugspersonen. Das Thema „Mut“ bedeutet für Kleinkinder: „Ich traue mich einen Schritt weg, weil ich weiß, dass Mama/Papa noch da ist.“ Im März haben wir das Kindermutmachlied aus dem Ev. Gesangbuch als Thema ausgewählt und ich sammle gerade Ideen für meine Eltern-Baby-Kurse und meine Musikzwerge beim Eltern-Kind-Singen mit Kleinkindern. Da jetzt auch noch der Valentinstag vor der Tür steht fühlt sich das Thema so richtig passend für die Jahreszeit an.
„Ich mag dich ❤“-Rituale
Die Kinder sitzen auf dem Schoß der Eltern. Alle legen eine Hand auf das eigene Herz oder das Herz des Kindes. „Hört mal, euer Herz klopft: Pock-pock, pock-pock. Das Herz sagt: Ich bin da. Ich bin mutig. Ich bin ich.“ Wir klopfen den Rhythmus unseres Herzens auf die Brust. Erst ganz schnell (wenn wir aufgeregt sind) und dann ganz langsam (wenn wir uns ausruhen). „Egal wie schnell dein Herz klopft, du bist sicher.“ Stille spüren mit der Hand aufs Herz.
Rasseleier liegen perfekt in kleinen Kinderhänden, mit den Shakern könnt ihr das „Herzklopfen“ nachspielen. Erst ganz leise und langsam (pock... pock...), dann ganz schnell und laut, wenn wir aufgeregt oder mutig sind. „Versteck die Rassel“ – Die Kinder verstecken ihr Rasselei hinter dem Rücken und lassen es auf ein Signal „Trau dich!“ laut rasseln.
Chiffontücher stehen für Geborgenheit, man kann sich darunter verstecken (wie in einer Höhle), sieht aber die Eltern noch durch den Stoff (Sicherheit). Die Kinder verstecken sich unter dem Tuch und bei „Ich mag dich ❤“ ziehen die Eltern das Tuch sanft weg und strahlen ihr Kind an.
Klanghölzer (Claves) fördern die Koordination und klingen sehr klar, sie symbolisieren den festen Schritt und das Selbstvertrauen. Wir marschieren mutig durch den Raum und schlagen bei jedem Schritt den „Ich mag dich“-Takt und flüstern „Ich– schaff– das! Ich – schaff – das!“.
Die „Mut-Trommel“ (Handtrommel oder Rahmentrommel), der der tiefe Ton einer Trommel ist dem Herzschlag im Mutterleib sehr ähnlich und wirkt beruhigend. Die Trommel gibt den Takt an. Ich schlage als Kursleitung einen ruhigen Herzrhythmus. Die Kinder dürfen nacheinander (oder gemeinsam mit den Eltern) einmal ganz fest draufhauen – das braucht Mut und macht stolz! Ideal ist, jedes Kind darf zum Beispiel einmal „Tschüss“ klopfen.
Da das KinderMutMachLied vom Händereichen spricht, können wir ein „Ich mag dich ❤“-Spiel daraus machen. Alle sitzen im Kreis und ein Herz (ich habe Klangherzen) wird herumgereicht. Aber nicht einfach so, sondern man schaut dem anderen in die Augen und sagt (oder die Eltern oder ich als Gruppenleitung sage für das Kind): „Ich mag dich ❤“. Das stärkt das soziale Miteinander enorm.
„Schön, dass du da bist“
Wir singen ein einfaches Lied, bei dem jedes Kind mit Namen genannt wird (z.B. „Schöne Namen haben wir“).
trad. Kinderlied
Refrain:
Schöne Namen haben wir,
Namen die gut klingen.
Schön, dass Anton bei uns ist,
wir wollen für ihn singen.Strophe:
Du bist Anton, ...
... Ich bin Nadine!
... mit Mama Anja!
... wir mögen dich!
... schön, dass du da bist!Evtl. den Refrain summen oder "lalala.."
„Trau Dich“
Unser Tanz-Spiel: „Die Tiere trauen sich was“. Wir sitzen alle in einem großen Kreis. Die Eltern bleiben beim Spiel auf ihren Plätzen, wir versuchen die Kinder in die Mitte des Kreises zu locken. Kinder lieben es, in Rollen zu schlüpfen. Wir bewegen uns zur Musik. Wiederholung ist wichtig, nicht alle Kinder trauen sich, aber Runde für Runde der ein oder andere etwas mehr... (Mut machen)
- Die kleinen Katzen schleichen ganz leise (noch ein bisschen vorsichtig in den Kreis krabbeln).
- Die großen Löwen tapsen mutig durch den Raum und können vielleicht sogar brüllen, Trau dich, laut zu sein! (Sicher krabbeln und Brüll-Mimik oder -laute machen).
- Der Elefant stampft ganz laut im Gleichschritt (Wir stehen auf und marschieren kreuz und quer im Kreis)
- Die Vögel fliegen weit weg, kehren aber immer wieder zum „Nest“ (den Eltern) zurück. (Die Arme wie Flügel ausbreiten und dabei eine Runde im Kreis tanzen und zurück zum Platz schweben.)
Als Abschlusslied mit Gesten würde auch noch gut, das Lied: „Halte zu mir, lieber Gott, heute den ganzen Tag“ als Geborgenheits-Ritual „Kuschelsegen“ passen...
