Wenn die ersten Sonnenstrahlen durch die Kursraumfenster blitzen, juckt es uns Kursleitern meistens in den Fingern. Wir wollen den Frühling zu unseren Familien nach Hause bringen. Eines der schönsten und gleichzeitig einfachsten Projekte für Eltern-Kind-Gruppen ist das Säen von echtem Ostergras. Das Thema „Ostergras“ ist perfekt, weil es nicht nur eine Bastelaktion ist, sondern ein echtes Naturerlebnis, das die Sinne anspricht und Geduld (bei den Eltern) sowie Staunen (bei den Kleinen) fördert. „Von kleinen Samen und grünem Staunen“. Die feine Erde oder die glatte Watte an der Haut, das Rascheln der Samenkörner in der Schale und das tägliche Wunder, wenn aus einem harten Korn ein weicher, grüner Halm wird.
Ostergras selber säen
Eine Schale mit fertig gewachsenem, sattgrünem Ostergras. Wir lassen die Kinder vorsichtig mit den Händen darüber streichen. Wie fühlt sich das an? (Weich, kühl, wie ein kleiner Teppich). Der „Turbo-Trick“: Wenn die Samen über Nacht in Wasser einweichen, keimen sie viel schneller. Das ist für ungeduldige Kleinkinder (und Eltern) ein echtes Erfolgserlebnis!
Material
- Getreidekörner wie Weizen, Gerste, Dinkel oder Roggen.
- Bio-Blumenerde oder Kokos-Quellerde (torffrei) oder Wattepads.
- Kleine Gefäße z.B. Joghurtbecher, Eierhälften oder kleine Tontöpfe.
Vorbereitung: Am Liebsten nutze ich flache Schalen, Tontöpfe oder sehr beliebt und günstig sind leere Eierkartons. Dazu passt ein kurzes Fingerspiel-Lied. Gebt jedem Kind ein paar der großen Getreidekörner in die Hand zum fühlen.
Melodie: „Häschen in der Grube“
Körnchen in der Erde,
schläft und ruht, schläft und ruht.
Wartet auf den Sonnenschein,
will bald eine Pflanze sein.
Füllen: Die Kinder dürfen Erde mit kleinen Schaufeln oder den Händen in die Gefäße füllen. Alternative für die Kleinen: Wattepads nutzen (weniger Matscherei, schnelles Keimen). Säen: Die Samen werden großzügig verteilt. Das „Prise-Streuen“ fördert wunderbar die Feinmotorik (Pinzettengriff). Gießen: Nutze Sprühflaschen! Das macht Kindern in dem Alter riesigen Spaß und verhindert, dass die Samen im Wasser ertrinken.
Das Säen von Ostergras ist für Kinder eine ganzheitliche Erfahrung. Das Greifen der winzigen Samenkörner (Pinzettengriff) schult die Geschicklichkeit der Finger – die Basis für späteres Malen und Schreiben. Die Kinder erleben: „Ich tue etwas (Säen & Gießen) und es passiert etwas (Wachsen).“ Das stärkt das Selbstvertrauen ungemein. In einer schnellen Welt lernen Kinder den Rhythmus der Natur kennen. Man kann das Gras nicht „ziehen“, damit es schneller wächst – man muss es begleiten. Die kühle Erde, das Rascheln der Samen, der Duft nach frischem Grün – das ist „Sensory Play“ in seiner reinsten Form.
Ich habe eine Druckvorlage mit einer Anleitung für das Ostergras togo erstellt. Einfach ausdrucken, auf A6 zuschneiden und die oberen 4,35 cm umknicken. Die Körner in Teefilter oder Brottüten füllen und die Öffnung ein paar mal falten. Dann die Anleitung aufklappen, die Korntüte dazwischen platzieren, zurückklappen und mit einem Hefter verschließen.

